Die europäische Flachrennsaison erreicht am Samstag, den 25. Juli 2026, einen ihrer absoluten Höhepunkte. Auf der traditionsreichen Rennbahn in Ascot stehen die 76. King George VI and Queen Elizabeth Stakes auf dem Programm. Das über die klassische Distanz von 2400 Metern ausgetragene Gruppe-I-Rennen ist mit einem Preisgeld von 2.000.000 Pfund dotiert und gilt damit als das finanziell lukrativste Flachrennen Großbritanniens. Nach dem vorangegangenen Streichungstermin zeichnet sich ein exzellent besetztes Feld von höchster internationaler Qualität ab.
Als Titelverteidiger und erster Buchmacher-Favorit geht der von Francis-Henri Graffard trainierte Calandagan an den Start. Der Wallach setzte sich im Vorjahr in einem packenden Finish gegen die herausragende Stute Kalpana durch und unterstrich seine Ausnahmestellung zu Beginn der Saison 2026 mit einem souveränen Sieg im Dubai Sheema Classic (Gruppe I) in Meydan. Der entscheidende Faktor für seinen Auftritt in Ascot dürfte der Boden sein: Während Calandagan im Coronation Cup in Epsom auf weichem Geläuf eine enttäuschende Vorstellung zeigte, kommt ihm der aktuell als gut bis fest angegebene Untergrund in Ascot deutlich mehr entgegen.
Härtester Herausforderer im Wettmarkt ist der japanische Spitzen-Galopper Masquerade Ball. Der Hengst, der 2025 den Tenno Sho (Herbst) gewann und sich im Japan Cup nur um einen Kopf Calandagan geschlagen geben musste, strebt nach einem historischen Erfolg – noch nie konnte ein in Japan trainiertes Pferd die King George Stakes gewinnen. Zuletzt belegte er im April 2026 einen hervorragenden zweiten Platz hinter Romantic Warrior im QEII Cup in Sha Tin. Der direkte Vergleich aus dem Japan Cup zeigt, dass zwischen Calandagan und Masquerade Ball nur Nuancen entscheiden.
Für heiße einheimische Chancen sorgt Bay City Roller, der frisch gebackene Sieger des Coronation Cups 2026 in Epsom. Auf schneller Bahn stellte er seine Klasse über die Steherdistanz unter Beweis und trifft nun erneut auf Calandagan. Ergänzt wird das hochkarätige Aufgebot durch die Spitzenstute Minnie Hauk, die als Zweitplatzierte des Prix de l'Arc de Triomphe 2025 mit wertvoller Gewichtsvergünstigung antritt, sowie den Vorjahressieger von 2024, Goliath. Mit Goliath und Calandagan hat der Graffard-Stall gleich zwei King-George-Sieger im Rennen, was dem Verlauf auch taktisch eine hochinteressante Note verleiht.
Ein maßgeblicher Zünglein an der Waage bleibt das Wetter bis zum Start um 15:40 Uhr Ortszeit. Trockenes und schnelles Geläuf spielt dem Favoriten Calandagan voll in die Karten, während eventuelle Regenfälle im Vorfeld des Rennens die Karten komplett neu mischen und die Chancen von Konkurrenten wie Bay City Roller drastisch erhöhen würden.




